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Die Wirbelsäule und der Schmerz – Eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Körper, Geist und Seele lohnt sich

Die Wirbelsäule stellt die zentrale Achse in unserem Körper dar, ist Ausdruck unserer Beweglichkeit und Zentrum unserer Persönlichkeit. Sind wir nicht mehr beweglich genug, dann können wir viele Dinge im Alltag nicht mehr richtig ausführen. Eine erholsame Nachtruhe verringert beispielsweise das Risiko Rückenschmerzen zu bekommen. Im Schlaf regenerieren Muskeln, Bandscheiben und Wirbel. Diese sollten daher nachts zur Erholung mit einer optimalen Schlafunterlage und einem speziell abgestimmten Kissen gestützt und entlastet werden.

Doch ist die auslösende Ursache nicht bekannt oder können wir Dinge im Leben nicht einfach so ändern, dann ist eine gezielte Ursachenforschung und Lösung essenziell, um die Lebensqualität wieder zu steigern. Das Novaluna Redaktionsteam hat für Sie das Thema Wirbelsäule und Schmerz unter dem Aspekt „Körper, Geist und Seele als untrennbare Einheit“ ganzheitlich beleuchtet.

Vorstellen kann man sich die Wirbelsäule wie eine bewegliche Gliederkette. Jedes Element ist in sich beweglich miteinander verbunden. Schmerzen sind Warnsignale des Körpers. Der Schmerz signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung ist. Hierbei lohnt es sich seinen ganzen Körper, seine Haltung zum Leben und seinen Alltag zu analysieren.

Schmerzen der Wirbelsäule bzw. des Rückens können neben orthopädischen Leiden viele Ursachen haben: Fehlhaltungen und Fehlbelastungen (Motorik), ein schlechtes Bett oder Kissen, organische oder psychische Ursachen (z.B. Stress am Arbeitsplatz), familiäre Belastungen, Übergewicht, schweres Heben oder langes Sitzen. *Fachärzte der Uni Heidelberg haben ermittelt, dass jeder dritte Patient mit chronischen Rückenschmerzen auch unter psychischen Erkrankungen leidet. (*Quelle https://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/gesundheit/rueckenschmerzen/975208-2233513-rückenschmerzenwenndieseeleaufsrückrad.html)

Gleichzeitig leidet ein Großteil der chronischen Rückenschmerzpatienten zusätzlich an depressiven Symptomen. Auch Angsterkrankungen gehen häufig mit Verspannungen und Schmerzen in der Nacken-, Schulter- und Rückenregion einher.

Feste Strukturen, Routine und eingefahrene Muster bestimmen meist unser Leben und nehmen uns die Flexibilität. Der Druck in unserer Gesellschaft nimmt stetig zu. Wir fühlen uns unbeweglich, nicht frei genug und vieles stagniert. Diese Unbeweglichkeit überträgt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf die Wirbelsäule. Zeitmangel und Antriebslosigkeit führen dazu, dass der nötige Ausgleich durch Sport oder Bewegung fehlt. Durch die psychische Anspannung verspannen sich auch die Muskeln: sie verhärten und beginnen zu schmerzen. Wir tun uns sehr schwer, Dinge anzugehen, da dadurch wiederum unsere Kraft und Energie gefordert wird. Ein Teufelskreis entsteht. Chronische Schmerzen entwickeln sich, wenn sich der Körper den Schmerz „merkt“.

Im Yoga steht die Wirbelsäule in engem Zusammenhang mit dem Geist. Kommt es zu Blockaden der Wirbelsäule, kann die Energie nicht mehr richtig durch die Wirbelsäule fließen. Potential und Schöpferkraft werden dadurch negativ beeinträchtigt. Ist der Köper nicht beweglich, so ist es der Geist häufig auch nicht. Yoga gehört mit zu den effektivsten Formen der Prävention von Rückenschmerzen – durch die Bewegung werden Knochen und Knorpel zur Neubildung angeregt.

Wussten Sie, dass die Halswirbelsäule im ganzheitlichen Ansatz für alle Emotionen steht? Empfinden wir beispielsweise Wut und können sie nicht rauslassen, kann dies zu Beschwerden führen. Unverarbeitete Wut hat ihren Sitz im Bereich der Halswirbelsäule.

Die Wirbelsäule steht in der Naturheilkunde mit den inneren Organen in Zusammenhang. Auch umgekehrt können sich Störungen der Wirbelsäule negativ auf entsprechende Organe auswirken. Das heißt, wenn zum Beispiel die Nieren betroffen sind (bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Systemerkrankungen oder Harnwegsinfektionen), kann dies auch zu Problemen der entsprechenden Wirbelgruppe führen, die in der Naturheilkunde dem Organ zugeteilt sind (siehe Bild 2. unten).

Weitere Beispiele wären auch: Tinnitus, Schluckbeschwerden oder Sehstörungen. All das könnten Konsequenzen von Bandscheibenproblemen sein, werden aber oftmals nicht als solche erkannt. Bei länger andauernden Schmerzen der Wirbelsäule und wenn die klinische Untersuchung ohne Befund bleibt, lohnt es sich, einen passenden Arzt zu konsultieren und einen Blick auf das zugehörige Organ in der Wirbelgruppe zu werfen.

Wirbelsäule 1 & 2

Bild 1 Quelle: http://bewusst-vegan-froh.de
Bild 2 Quelle: http://www.dornfinder.org/eckert/)

Der Atem hat ebenfalls Einfluss auf die Wirbelsäule und den Stoffwechsel. *Gefühle wie Freude, Anspannung, Trauer, Wut, Schmerzen, Angst, Aufregung wirken sich auf unsere Atmung aus. In angespannten Lebensphasen flacht Ihr Atem ab. Sanfte Atem- und Bewegungsarbeit mobilisiert die Wirbel und Bandscheiben der Nacken- und Lendenwirbelsäule und sorgt für besser integrierte Bewegungsabläufe. Der Herzschlag verlangsamt sich und der (Hormon-)Stoffwechsel wird angekurbelt. Sanfte Atemarbeit fördert das ganze Wohlbefinden und eine körperlich-mentale „Zentriertheit“ und in der Folge auch tiefere psychische Verarbeitungsprozesse. (*Quelle http://www.lindenbauer.com/atmen)

Weiterhin kann man die Wirbelsäule symbolisch als Schiffsmasten sehen, der das Schiff, in unserem Fall unseren Körper, im Lot hält oder wie ein Kreuz, deren Fäden die Marionette, sprich den Menschen auf der Bühne des Lebens, aufrecht hält.

Folgende Redewendungen kennen Sie, die der Wirbelsäule auch psychisch entsprechen:

  • Er/Sie oder jemand hat (kein) Rückgrat
  • Er/Sie muss seinen „Mann stehen“
  • Gebeugt vom Schicksal
  • Aufrichtigkeit zeigen
  • Mit dem Rücken zur Wand stehen
  • Jemandem den Rücken stärken

*Wer sich „krumm legt“, verbiegt sich“ und verliert seine Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit. So heißt es im Blog von Rüdiger Dahlke, Arzt und Autor (blog.dahlke.at – Der Rücken und die Sprache der Seele). Andererseits, so sagt er, ist der übertrieben gerade und aufrecht wirkende Mensch ebenfalls aus der harmonischen Mitte gefallen und übertreibt die Geradheit im Sinne eines Hagestolzes. Ihm fehlt das Fließende, die Zwischentöne kommen zu kurz. *

Zusammenfassung:

  • Achten Sie auf Ihre Körperhaltung
  • Bringen Sie Seele und Rücken in Balance
  • Sprechen Sie Schmerzen und seelische Probleme bei Ihrem Arzt oder Therapeuten offen an
  • Nutzen Sie Angebote zur gezielten Rückenstärkung (Krankengymnastik)
  • Beziehen Sie eine ganzheitliche Betrachtung der Symptomatik mit ein
  • Bleiben Sie körperlich aktiv (Yoga, Sport, Muskelentspannung, Atemtechniken)
  • Eine für Sie perfekte Matratze und das darauf abgestimmte Kissen sollten nicht fehlen
  • Sport und Bewegung helfen gegen Depressionen, die im engen Zusammenhang mit Rückenschmerzen stehen

Fördern auch Sie den Energiefluss und das Zusammenspiel von Körper und Geist mit einer stabilen, beweglichen und gesunden Wirbelsäule.

Ihr Novaluna Redaktionsteam