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Schlafstörungen in den Wechseljahren - was tun? oder Schlafstörungen - In den Wechseljahren zur Ruhe finden

Die Wechseljahre (Klimakterium) können für Frauen zwischen 45-50 Jahren sehr unangenehm sein. *Deutschen Untersuchungen zufolge leidet rund die Hälfte der Frauen im Klimakterium unter schlaflosen Nächten.* (Quelle: lifeline.de). Neben Hitzewallungen können hormonelle Turbulenzen, aber auch Sorgen den Schlaf beeinträchtigen.

Selbst bislang aktive Frauen fühlen sich weniger vital und klagen über Gereiztheit, trockene Haut, dünnere und brüchigere Haare, Gewichtsprobleme und nächtliche Schlafstörungen. Häufig wird die Schuld daran einer Überlastung in Beruf und Privatleben gegeben. Kommen jedoch Zyklusschwankungen, unterschiedlich starke Regelblutungen und Hitzewallungen hinzu, haben bei den Betroffenen eindeutig die Wechseljahre eingesetzt. In dieser Phase neigt sich die Zahl der Eizellen dem Ende zu, der Östrogenspiegel nimmt rapide ab.

Wer aber nachts nicht erholsam schläft, kann den Tag nur mühsam bewältigen, das seelische Gleichgewicht kommt ins Wanken und die Infektanfälligkeit steigt.

Sinkender Östrogenspiegel im Klimakterium raubt den Schlaf:

*Studien zufolge wird vermutet, dass während der Menopause auftretende Schlafstörungen in vielen Fällen mit hormonellen Veränderungen, vor allem mit einem sinkenden Östrogenspiegel, zusammenhängen. Östrogen wirkt auf die Stoffwechselvorgänge im Gehirn und fördert die Tiefschlafphasen genauso wie die sogenannten REM-Phasen, in denen wir träumen und Erlebtes verarbeiten. Östrogenwerte können dazu führen, dass der Schlaf weniger tief und erholsam ist. * (Quelle: lifeline.de)

Tipps, wie Frauen auch in den Wechseljahren besser zur Ruhe finden können

Kühler Raum zum Einschlafen

Schlafstörungen durch Hitzewallungen entstehen in der ersten Nachthälfte, wie die Experten beim jüngsten Ärzte-Symposium „Präventive Endokrinologie“ im Juni 2016 erklärten. In der zweiten Nachthälfte dagegen ist die Thermoregulation im Gehirn ausgeschaltet, hier hat das Erwachen überwiegend andere Gründe. Praktisch gesehen heißt das: Für die ersten Nachtstunden ist die Temperatur im Raum ausschlaggebend – ein kühles Schlafzimmer kann Hitzewallungen reduzieren und das Einschlafen fördern.

Eine gute Schlafhygiene ist förderlich

„Zusätzlich können Frauen ihre Schlafprobleme mit einer geeigneten Schlafhygiene bekämpfen“, betont Katja Schneider vom Verbraucherportal RGZ24.de. Dafür solle nach 16 Uhr kein Kaffee (Koffein) mehr getrunken, abends nicht zu schwer gegessen und das Schlafzimmer gut gelüftet werden. Auch Ausdauersport – allerdings nicht zu spät am Abend – und Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training nach Jacobson, Meditationsformen fördern die Nachtruhe.

Sich selbst in dieser neuen Phase annehmen

Der gesellschaftliche Druck für jugendliches Aussehen und Leistungsfähigkeit ist enorm. Nehmen Sie sich genügend Zeit für sich. Schenken Sie ihrem Körper eine Portion Extra-Aufmerksamkeit und Pflege. Sprechen Sie offen mit Ihren Freundinnen oder Partner über Ihr Befinden, wenn es Sie im Alltag beinträchtigen sollte.

Mineralienverlust durch Schwitzen

Um ihre Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen, schwitzen viele Betroffene mehrmals pro Woche beim Joggen oder im Fitnessstudio. In Kombination mit schweißtreibenden Hitzewallungen – im Extremfall können bis zu 30 Wallungen täglich auftreten – verliert der Körper große Mengen an lebenswichtigen Mineralien. Ein gravierender Magnesiumverlust etwa kann zu Verspannungen und nächtlichen Wadenkrämpfen führen. Daher sollte man den Körper in den Wechseljahren ausreichend mit dem Muskelmineral Magnesium versorgen. Dies kann sich auch günstig auf den Knochenstoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System auswirken.

Magnesiumreich ernähren

Magnesium unterstützt die Muskulatur, ist am Knochenwachstum beteiligt und wirkt förderlich auf die Konzentrationsfähigkeit. Reichlich enthalten ist das Muskelmineral in Vollkornprodukten, Naturreis, Nüssen und Hülsenfrüchten, sowie in Mangold, Datteln, Bananen, grünem Gemüse, Leinsamen und Sonnenblumenkernen.

Was tun bei Hitzewallungen?

Von Hitzeschüben betroffene Frauen berichten, dass die Wallungen schwächer werden, wenn auf heiße oder anregende Getränke wie schwarzer Tee, Kaffee oder Alkohol weitgehend verzichtet wird. Auch Stress wird als Schlüsselreiz für Wallungen erlebt.
Praktisch ist eine kleine Nottasche mit Deo, Wechselwäsche, einem frischen Oberteil sowie einem Klappfächer, mit dem man sich Luft zufächeln kann. Der Lagenlook bietet zudem Vorteile, denn so kann während der Wallungen unauffällig Kleidung abgelegt werden.

Pflanzliche und sanfte Hilfsmittel:

Bei leichten Beschwerden können pflanzliche Wirkstoffe helfen, zum Beispiel Jamswurzel-Präparate. Auch die pflanzlichen Östrogene der Traubensilberkerze wirken gegen Hitzegefühle und depressive Verstimmungen. Bei Leberschäden oder hormonabhängigen Krebserkrankungen sollte man sie nicht einnehmen.
Mönchspfeffer hilft gegen Beschwerden in frühen Phasen der Wechseljahre, wenn der Zyklus unregelmäßig wird. Pflanzliche Östrogene sind auch in Hopfen, Rotklee und Soja enthalten.
Sanfte Mittel gegen Schlafstörungen: Schüsslersalze und Homöopathie. Lassen Sie sich in einer fachkundigen Apotheke oder bei Ihrem Heilpraktiker/Arzt (Naturheilkunde) beraten. Gegen leichte Schlafstörungen kann auch Akupunktur helfen.

Schlafmangel im Klimakterium und die Folgen

Während des Schlafs ist im Körper viel los: Zellen erneuern sich, Nerven wachsen, Immunsystem und Hormonproduktion werden angeregt, der Stoffwechsel reguliert. Auch das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, verarbeitet die Erlebnisse des Tages und speichert Gelerntes ab. Schlafmangel kann daher weitreichende Folgen haben. Neben Müdigkeit führt er in psychischer Hinsicht auf Dauer zu Konzentrationsabfall, verminderter Leistungsfähigkeit, Reizbarkeit, Antriebsschwäche, erhöhter Stressanfälligkeit und Depressionen.

Seien Sie in dieser Phase besonders achtsam mit sich und Ihrem Körper.

Ihr Novaluna Redaktionsteam