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Volkskrankheit Schlafstörungen – Ursache, Formen und Hilfe

Laut einer Studie leidet jeder vierte Deutsche an Schlafstörungen. Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer. Ein guter Schlaf ist Grundbedingung für einen erfolgreichen Tag und hängt, neben der richtigen Matratze, von vielen Faktoren ab.

Die Geschwindigkeit im Alltag und der Leistungsdruck nehmen immer mehr zu. Stress ist allgegenwärtig. Hinzu kommen Reizüberflutung, Fehlernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Arzneimittelmissbrauch, Umweltbelastungen, chronische Schmerzen, Krankheit, Ängste, Stress im Job, Doppelbelastung, Alleinerziehung, Pflege und Tod eines Angehörigen, Konflikte in der Paarbeziehung. All diese Themen hinterlassen ihre Spuren am Tag und besonders in der Nacht.

Es gibt Nächte, da will sich der Schlaf partout nicht einstellen. Das berühmte „Schäfchen zählen“ ist dann auch keine wirkliche Lösung. Sie wälzen sich im Bett hin und her und wenn Sie dann endlich eingeschlafen sind, schrecken Sie wegen Kleinigkeiten hoch, die Kinder oder Babys brauchen einen, Gedanken kommen einem in den Sinn, der Ärger im Job wirbelt noch mal hoch. Oder ein „geräuschvoller“ Partner, lässt die Nacht im gemeinsamen Bett mit lautem Schnarchen zur Belastungsprobe werden. Am Morgen dann das bleierne Erwachen, man fühlt sich wie „gerädert“. So oder ähnlich äußern sich Schlafstörungen, die vielen Menschen regelrecht die Lebensfreude und Energie rauben.

Der normale Schlaf gliedert sich in fünf Schlafstadien und beträgt 7-8 Stunden. Nur wer gut schläft, ist am nächsten Tag fit und ausgeruht und hat die Kraft, alle Aufgaben wie Familie und Beruf, zu meistern. Wenn der Schlaf jedoch längerfristig und regelmäßig gestört bleibt und die Störung auf keine erkennbare Ursache zurückzuführen ist, wird von einer chronischen Schlafstörung gesprochen. Betroffene finden keinen erholsamen Schlaf mehr, sind tagsüber erschöpft, die Lern- und Gedächtnisleistungen lassen nach. Die fehlende Schlafzeit lässt die Betroffenen sich kraftlos, unkonzentriert und gereizt fühlen. Immunsystem und Stoffwechsel können dadurch geschwächt und gestört werden.

Ursachen im Überblick:

  • Seelische oder körperliche Erkrankungen (z.B. Hormonelle Veränderungen)
  • Psychosoziale Belastungen (berufliche oder familiäre Krise)
  • Situationen (Zeitverschiebung, ungewohnte Umgebung, Lärm, Hitze oder Kälte)
  • Süchte, Medikamente, Alkohol, Koffein und Drogen
  • Stress
  • Weitere Faktoren (langes Arbeiten, Fernsehen, Schichtarbeit,..)
  • Fortgeschrittenes Alter (mit zunehmendem Alter wird Schlaflosigkeit immer häufiger, denn Sie brauchen mit den Jahren immer weniger Schlaf, gehen aber früher ins Bett als Sie eigentlich müssten)

Was können Sie aktiv tun, wenn diese Störungen keine Ausnahme sind, sondern im schlimmsten Fall die Regel?

Überprüfen Sie:

  • Welche elektronischen Geräte befinden sich im Schlafzimmer?
  • Wie fühle ich mich körperlich?
  • Rauche oder trinke ich vor dem Schlafengehen (Alkohol oder Koffein, anregende und Soft Getränke)?
  • Stören mich die Wecker-Tick-Geräusche oder andere Geräusche?
  • Ist mein Bett bzw. meine Matratze (hart/weich) unbequem?
  • Habe ich die passende Bettdecke (dick, dünn)?
  • Hatte ich tagsüber zu wenig Bewegung?
  • Ist die Zimmertemperatur zu kalt oder zu warm?
  • Schnarcht mein Partner?
  • Wohne ich an einer Hauptverkehrstrasse (besonders schädlich neben den störenden Geräuschen bei Schlafproblemen ist bewegtes Licht)?
  • Wie sind die Lichtverhältnisse im Schlafzimmer (grelles Licht, Dimmer,…)?
  • Welche Hormonellen Veränderungen durchlaufe ich gerade (Schwangerschaft, Wechseljahre mit Hitzewallungen, Schilddrüse, Menstruation, Pupertät,…)?
  • Esse ich spät abends noch Süßigkeiten oder fette Speisen?
  • Habe ich einen ungünstigen Zeit- und Schlafrhythmus?
  • Arbeite ich zu viel oder zu lange oder in Schichtarbeit?
  • Gehe ich spät abends noch zum Fitness oder mache Sport?
  • Sind meine Nachbarn laut?
  • Grüble ich im Bett über irgendwelche Sachen (Gedankenkarusell)?
  • Habe ich Angst, den Wecker morgens zu überhören?
  • Habe ich Angst vor dem morgigen Tag und den Aufgaben?
  • Habe ich Angst vor meinem Chef?
  • Was belastet mich – Plagt mich eine innere Unruhe (Trauer, Doppelbelastung, Kinder, Job)?
  • Habe ich ungeklärte Konflikte (Partnerschaft,…)?
  • Wie beeinflusst mich die nächtliche Umsorgung der Kinder (Stillen, Schnuller geben)?

Tips für einen besseren Schlaf:

  • Achten Sie auf regelmäßige Nacht–Schlafzeiten von 7-8 Stunden, je Alter
  • Führen Sie ein Schlaftagebuch
  • Finden Sie einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und gehen Sie jeden Tag um die gleiche Zeit ins Bett, damit sich der Körper darauf einstellen kann
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Nikotin, Koffein (4 Stunden vor dem Schlafen)
  • Verzichten Sie auf schwere Mahlzeiten am Abend
  • Treiben Sie regelmäßige körperliche Bewegung/Sport
  • Vermeiden Sie das gewohnte Mittagsschläfchen
  • Ein harmonischer Umgang mit Partner und Familie ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Streitigkeiten oder Problemgespräche am Abend sollten Sie aus diesem Grund unbedingt vermeiden
  • Nutzen Sie eine passende Bettdecke (dick/dünn) und auch Bezüge (achten Sie auf Qualität, die kein Schwitzen begünstigt)
  • Wenn Sie Kinder haben, können Sie auch profitieren, wenn Sie das Licht dimmen, ein schönes Buch vorlesen oder mit dem Kind gemeinsam noch eine Entspannungs-CD anhören
  • Versuchen Sie sich körperlich und geistig zu entspannen (Yoga, Meditation)
  • Finden Sie ein persönliches Einschlafritual (Kerzen anzünden, Duschen, Tee, Buch, Musik hören,…). Das Unterbewusstsein weiß dann, dass es Zeit zum Müdewerden ist
  • Bei kalten Füssen helfen Bettsocken
  • Schaffen Sie eine abgedunkelte, ruhige Schlafumgebung, halten Sie diese kühl und schirmen Sie diese gegen Lärm ab
  • Seien Sie tagsüber möglichst aktiv, aber in genügend zeitlichem Abstand zum Schlafengehen
  • Notebook oder Tablet im Bett sind tabu! Das blaue Licht stört Ihre innere Uhr und kann das Einschlafen erschweren oder verhindern. Auch Fernsehen im Bett ist bei Schlafstörungen nicht empfehlenswert
  • Gönnen Sie sich eine Massage (Fragen Sie öfter mal ihren Partner, so können Sie gleichzeitig auch Ihr Leben als Paar begünstigen)
  • Lernen Sie Autogenes Training. Kurse für Autogenes Training gibt es beispielsweise in Volkshochschulen. Auch manche Krankenkassen bieten Kurse an
  • Genießen Sie Düfte, Heilkräuter, warme und entspannende Bäder
  • Versuchen Sie, sich auch als Vollzeitmama oder Mehrfachmama Ihre persönliche Zeit (und wenn dieses Zeitfenster noch so klein ist) zu nehmen
  • Keine Sorge, wenn Sie nachts mal kurz aufwachen sollten. Kleine Wachphasen sind normal und gehören zum gesunden Schlaf dazu

Natürliche Methoden im Kampf gegen die Schlaflosigkeit

Heilkräuter und Pflanzen

Verschiedene Heilpflanzen in Form von Tees, Bädern oder sogar Düfte können bei Schlafstörungen unterstützend helfen.

Das wohl bekannteste Heilkraut in Sachen Beruhigung und Förderung eines entspannten Schlafs ist Baldrian. Es gibt ihn in vielen Naturkostläden, Drogerien und Apotheken in Tablettenform zu kaufen.

Die wichtigsten Heilpflanzen gegen Schlaflosigkeit im Überblick: 

  • Baldrian*
  • Hopfen**
  • Melisse*
  • Lavendel *
  • Passionsblume *
  • Johanniskraut *

Weitere Heilpflanzen gegen Schlaflosigkeit:*

Kräuter Tees: *

Ein weiteres nützliches Hilfsmittel für einen erholsamen Schlaf sind Kräutertees. Den Schlaf-Tee können Sie in Ihr abendliches Gute-Nacht-Ritual einbauen. Dadurch kann dann schon der Duft und Geschmack des Tees die Bereitschaft zum Schlafen fördern. Eine optimale Mischung aus Heilkräutern, um sich einen entspannenden Abend-Tee zu mischen, ist:

  • Kamille
  • Katzenminze
  • Passionsblume
  • Baldrian

Kamille und Katzenminze wirken besonders beruhigend und entspannend, während die Passionsblume gleichzeitig Nervosität und Angstzuständen entgegenwirkt. (* Quelle http://www.naturheilkraeuter.org/welche-heilkraeuter-helfen-bei-schlaflosigkeit/)

Diese Teemischung entspannt, beruhigt und hilft beim Einschlafen. Trinken Sie den Tee abends, eine halbe Stunde vor dem zu Bett gehen. Damit er gut wirkt, trinken Sie ihn in kleinen Schlucken, in ruhiger Umgebung und nehmen Sie sich Zeit dafür. (Quelle http://tipps-gegen-schlaflosigkeit.de/)

Kräuter-Tabletten *

Anstelle oder ergänzend zu einem Schlaftee, können Sie beruhigende Kräuter auch als Tabletten oder Dragees einnehmen. Solche Mittel erhalten Sie in Apotheken und in gut sortierten Supermärkten. Am besten nehmen Sie eine erste Dosis von Kräutertabletten schon am frühen Abend, um langsam zur Ruhe zu kommen und eine halbe Stunde bis Stunde vor dem Schlafengehen noch eine zweite. (*Quelle: http://tipps-gegen-schlaflosigkeit.de/)

Heiße Milch mit Honig oder Goldene Milch „Kurkuma Latte“

Heiße Milch mit Honig oder die von uns vorgestellte Kukuma Latte (siehe Rezept – unser Ratgeber Goldene Milch) können eine unterstützende, Schlaf fördernde Wirkung haben. Die Milch wird dazu vorsichtig erhitzt, aber nicht zum Kochen gebracht und in eine Tasse gegossen. Anschließend wird Honig dazugerührt. Wir empfehlen Manuka Honig, wegen seiner vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Die Kurkuma Latte ist wegen dem in ihr enthaltenen Wirkstoff Curcumin, welcher voller Nährstoffe, Antioxidantien und Phytonnährstoffe steckt, laut Studien, eine weitere Möglichkeit, um besser einschlafen zu können.

Danach sollten Sie aber unbedingt noch vor dem Schlafengehen die Zähne putzen.

Ätherische Öle für Massagen und Duftlampen:

Schüssler-Salze *

Folgende Schüssler-Salze sind besonders zur Behandlung von Schlaflosigkeit geeignet:

Von den beiden Salzen nehmen Sie je zwei Tabletten am frühen Abend und noch einmal kurz vor dem Schlafengehen. Langsam im Munde zergehen lassen. (*Quelle http://tipps-gegen-schlaflosigkeit.de/)

Beruhigende und entspannende Bäder:

Sie können sich einen fertigen Badezusatz aus der Drogerie oder Apotheke besorgen oder sich den Zusatz ganz natürlich selbst zubereiten.

Unser Tipp: Einfach und entspannt Abtauchen mit Lavendelblüten.

Hierfür 100 g Lavendelblüten mit 2 Liter heißem Wasser übergießen und ziehen lassen  und anschließend ins warme Badewasser geben. Badedauer 20 Min.

Wer lieber Ölbäder favorisiert, findet auch hier passende Zusätze.

Duftsäckchen und Kerzen

Klein, aber oho. Duftsäckchen mit Lavendelduft sind nützlich und sehen auch noch schön aus. Legen Sie das Säckchen unter Ihr Kissen oder einfach daneben und der Duft entfaltet seine Wirkung. Das Aroma des Kräuterkissens wirkt besonders beruhigend, fördert den Schlaf und sorgt gleichzeitig für einen angenehmen Geruch.

Auch Duftkerzen helfen, während man ein Buch liest oder einfach zur Ruhe kommt, eine angenehme Schlaf-Atmosphäre zu zaubern.

Folgende Kräuter eignen sich perfekt für Duftsäckchen:

  • Beifuss
  • Lavendel

Homöopathische Möglichkeiten:*

Schlafstörungen können mit homöopathischen Mitteln reduziert werden. Auch die verschiedenen Symptome, die durch Schlafmangel und Übermüdung entstehen, können häufig damit gemildert werden.

Bitte lassen Sie sich hierzu eingehend und persönlich von Ihrem Naturheilpraktiker/Naturarzt oder Homöopathen Ihres Vertrauens beraten. Für eine sichere Diagnose und Behandlung muss immer ein Arzt aufgesucht werden.

Einige mögliche Beispiele wären hier:

  • Coffea D12 Schlaflosigkeit, Wachheit, Unruhe, unregelmäßiger Herzschlag, schneller Puls – Auslöser sind Erregung von Körper und Geist.*
  • Aconitum D 12 Schlaflosigkeit, Unruhe, Angst  – Auslöser sind Albträume durch seelische Belastungen.*
  • Arnica D 12 Hin- und Herwälzen, Unruhe – Auslöser sind Übermüdung nach körperlicher Anstrengung und Muskelschmerzen.*
  • Natrium chloratum D 12 Einschlafstörungen aufgrund von Traurigkeit und Kummer (Ausgelöst durch Kummer)*
  • Nux Vomica D 12 Schlaflosigkeit, Unruhe, Wachliegen – Auslöser sind übermäßiger Konsum von Alkohol, Kaffee und Nikotin.*
  • Ambra D 12 Unruhiger, oberflächlicher Schlaf trotz Erschöpfung, Begleiterscheinungen sind Einschlafschwierigkeiten und häufiges Aufwachen. Auslöser sind Unruhe, Nachdenken, und „Gedankenkreisen“*
  • Carcinosinum D 30 Schlaf über längeren Zeitraum gestört – Weitere Symptome sind starke Geräuschwahrnehmungen und grüblerisches Nachdenken. Auslöser sind Grübeln und Stress.*
  • Avena sativa D 12 Leichter Schlaf, mangelnde Tiefschlafphasen – Die Einschlafprobleme werden ausgelöst durch Grübeleien.*

Sollten die Schlafprobleme sich trotz homöopathischer Selbstbehandlung über einen längeren Zeitraum hinweg nicht verbessern und ist kein plausibler Auslöser bekannt, so sollte zur Abklärung möglicher Ursachen ein Arzt hinzugezogen werden. (*Quelle: Globuli.de Mein Homöepathie Portal)

Weitere Informationen zu einem gesunden, erholsamen Schlaf – auch bei Kindern – finden Sie demnächst in unserem NOVALUNA Kunden Magazin ab 2017. Hier gehen wir noch einmal ausführlicher auf relevante Themen, auch in medizinischer und psychologischer Hinsicht, ein und sprechen mit Experten.

Wir wünschen Ihnen einen guten und erholsamen Schlaf!

Ihr NOVALUNA Redaktions-Team